Einzelunternehmen/Neue Selbstständige


Wollen Einzelpersonen unternehmerisch tätig werden, machen sie das in Form eines Einzelunternehmens (eine einzelne natürliche Person betreibt das Unternehmen auf eigenen Namen und eigene Rechnung) oder für freiberufliche Tätigkeiten (künstlerische Tätigkeiten u.a.) als Neue Selbstständige. Die Regelungen sind weitgehend gleich, es gibt jedoch Unterschiede im Steuer- und Sozialversicherungsrecht.

Gut zu wissen

EinzelunternehmerInnen können bei der Ausführung der von ihnen übernommenen Aufträge die Dienste von ArbeitnehmerInnen (über Arbeitsvertrag) und selbstständigen SubunternehmerInnen in Anspruch nehmen, sofern der Vertrag nicht die höchstpersönliche Auftragserfüllung vorsieht. 

Auf einen Blick

EinzelunternehmerInnen

  • sind für die Aufbringung des Kapitals alleine zuständig
  • tragen das volle Risiko für etwaige Verluste
  • haften unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen
  • kostenlose Gründung, kein Gründungsakt notwendig, es sei denn, eine Gewerbeschein wird benötigt
  • völlige Handlungsfreiheit des Unternehmers oder der Unternehmerin
  • keine Entnahmebeschränkungen   
  • Versicherungspflicht bei der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft, wenn die Geringfügigkeitsgrenze überschritten ist Sozialversicherung

Gut zu wissen

EinzelunternehmerInnen, die länger als 12 Monate in der Pflichtversicherung der Gewerblichen Wirtschaft versichert sind, können die Kleinstunternehmerregelung – bei einem tatsächlichen Einkommen unter der Geringfügigkeitsgrenze – nicht mehr in Anspruch nehmen. Die Pflichtversicherung bleibt bestehen. Dies gilt nicht für Neue Selbstständige. Diese können sich wieder von der Pflichtversicherung befreien lassen.

Die Gründung des Einzelunternehmens

Das Einzelunternehmen entsteht grundsätzlich mit Aufnahme der Tätigkeit. Ein eigener Gründungsakt ist nicht notwendig, folglich sind auch keine Kosten mit der Gründung verbunden. Das zuständige Finanzamt muss innerhalb eines Monats über den Beginn der Tätigkeit informiert werden. EinzelunternehmerInnen, die nicht als KünstlerInnen tätig sind, sondern gewerbliche Einkünfte erzielen wollen (KulturmanagerInnen, KuratorInnen, Konzertagenturen, Musikproduktionen, etc.) sind, wenn sie von der Gewerbeordnung erfasst sind, verpflichtet, einen Gewerbeschein zu lösen (mit Gebühren verbunden). Der Besitz eines Gewerbescheines verpflichtet zur Mitgliedschaft bei der Kammer der gewerblichen Wirtschaft (einmalige Eintragungsgebühr, jährliche Grundumlage).

KünstlerInnen

Künstlerin im Sinne des Künstlersozialversicherungsgesetzes KSVG ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt.
Ein Gewerbeschein ist nicht notwendig.

Firmenbucheintragung

Eine natürliche Person, die ein Unternehmen betreibt, kann dieses jederzeit freiwillig ins Firmenbuch eintragen lassen. Erst, wenn für das Unternehmen Rechnungslegungspflicht  besteht (= Führung einer doppelten Buchführung, Erstellung eines Jahresabschlusses mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) muss die Eintragung ins Firmenbuch erfolgen.
Bei Eintragung ins Firmenbuch muss die Firma (der Name, unter dem sämtliche Geschäfte betrieben werden) den Rechtsformzusatz „eingetragene Unternehmerin“ / „eingetragener Unternehmer“ / „e.U.“ tragen.

Sozialversicherung

EinzelunternehmerInnen sind bei der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft pflichtversichert. Versicherungsfrei im Sinne der Geringfügigkeit ist, wer in dem Kalenderjahr aus selbstständiger Tätigkeit voraussichtlich ein Arbeitseinkommen erzielt, das 5.108,40 Euro (gültig 2017) nicht übersteigt.

Sozialversicherung

Steuern

EinzelunternehmerInnen unterliegen der Einkommenssteuerpflicht und der Umsatzsteuerpflicht. 

Steuer

Buchhaltung / Jahresabschluss

Bleiben die jährlichen Einnahmen oder Ausgaben einer Einzelunternehmerin oder eines Einzelunternehmens unter einer Million Euro, genügt eine Einnahmen- und Ausgaberechnung. EinzelunternehmerInnen, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren mehr als 700.000 Euro Umsatz erzielen oder innerhalb eines Geschäftsjahres mehr als eine Million Euro umsetzen, unterliegen der Rechnungslegungspflicht (doppelte Buchführung, Erstellung eines Jahresabschlusses mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung).

Auflösung des Einzelunternehmens

Das Einzelunternehmen wird aufgelöst durch die Einstellung der Tätigkeit. Kein Formalakt notwendig, es sei denn, es handelt sich um ein im Firmenbuch eingetragenes Einzelunternehmen, dann muss ein Antrag auf Löschung nach Abwicklung der noch offenen Geschäfte gestellt werden.

Unternehmensgesetzbuch / seit 1.1.2007 in Kraft

Nähere Informationen unter www.usp.gv.at